Artikel im ZürichExpress vom 13.9.2000:

Stress kostet Milliarden
Ueberforderung am Arbeitsplatz verschlingt im Jahr 4,2 Milliarden Franken

Bern - Arbeitnehmer, die gestresst sind, kosten viel Geld. Der Preis der Ueberarbeitung beträgt im Jahr 4,2 Milliarden Franken, und die Tendenz ist zunehmend. Dies geht aus einer im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) erstellten Studie hervor.

Die gestern in Bern präsentierten Resultate einer Befragung von 900 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zeigen, dass zwölf Prozent stark unter krank machender Ueberforderung am Arbeitsplatz leiden. 70 Prozent geben an, mit Stress umgehen zu können. 18 Prozent sind nicht gestresst. Ein Vergleich mit einer 1984 durchgeführten Untersuchung macht deutlich, dass die arbeitsbedingten gesundheitlichen Beschwerden zugenommen haben. Gründe dafür sind der steigende Arbeitsrythmus, der Zwang zum Umlernen und die Umstrukturierung in den Betrieben.

2,45 Milliarden wegen Absenzen
Die gesamten Kosten für die arbeitsbedingten gesundheit-lichen Beschwerden – Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten inbegriffen – werden sogar auf rund 8 Milliarden Franken geschätzt.

Wer den Stress nicht bewältigen kann, beansprucht medizinische Hilfe, nimmt Medikamente und fällt aus dem Produktionsprozess. Die Studie rechnet damit, dass Stress 2,45 Milliarden Franken wegen Absenzen am Arbeitsplatz kostet. Die Kosten für Arzt-leistungen werden auf 1,4 Milliarden Franken, jene der Selbst-medikation auf 350 Millionen Franken geschätzt.

Pro Kopf muss für Personen, die gestresst sind, 4300 Franken ausgegeben werden